Deutschbaltischer Jugend- und Studentenring e.V

Geschichte der Deutschbalten

Es fällt sehr schwer, die Geschichte der Deutschbalten kurz zusammenzufassen. Vielleicht sollte man im Jahre 1180 beginnen. In diesem Jahr schloss sich der Augustinerchorherr Meinhard aus Holstein deutschen Händlern an, um im Baltikum zu missionieren. 1184 erbaute er die erste Kirche im heutigen Baltikum. Da die neugegründete Kirche nicht ohne kriegerische Macht zu halten war, rief Papst Innozenz III. die Gläubigen aus Niedersachsen und Westfalen zum Schutze der livländischen Kirche auf und setzte dies der Wallfahrt nach Rom gleich, 1204 sogar den Kreuzzügen nach Jerusalem.

1199 weihte der Papst den Bremer Domherrn Albert von Buxhoeveden zum Bischof von Livland, welches etwa dem Gebiet des heutigen Estland und Lettland entsprach. Bischof Albert machte es sich zur Aufgabe, das Gebiet zu erobern, um es dem Heiligen römischen Reich deutscher Nation zu erschließen und die Einwohner zum Christentum zu bekehren. Er weihte das Land der Maria und segelte mit zahlreichen Rittern über die Ostsee.

1202/03 gründete der Zisterzienser Theoderich den Orden der Ritterschaft Christi (fratres militiae Christi), der aufgrund seines Symbols, eines roten Schwertes, der Schwertbrüderorden genannt wurde. Der Orden wurde jedoch 1236 bei Saule vernichtend geschlagen, woraufhin 1237 der Deutsche Orden das Erbe der Schwertbrüder übernahm.

Das Land wurde nach und nach erobert, die Deutschen gründeten an strategisch wichtigen Punkten Städte, wie Riga (1201) und Reval (1230). Es zogen jedoch kaum Siedler nach, die das Land bevölkert hätten, sondern hauptsächlich Geistliche, Gelehrte, Händler und Handwerker. So beschränkte sich die Deutsche Präsenz auf die Klöster und Kirchen, Burgen und Gutshäuser und die Städte. Um 1285 wurden Riga, Reval und Dorpat Mitglieder der Hanse; der Handel war stets wichtiger Bestandteil der Kultur an der Ostsee.

Im 16. Jahrhundert erreichte die Reformation das Baltikum, das von da an vollständig protestantisch war und die lutherische Kirchenordnung auch bis zuletzt ausnahmslos beibehielt.

Mitte des 17. Jahrhunderts wurde das Gebiet unterteilt in Estland, Livland und Kurland, wobei grob die nördlicheren zwei Drittel des heutigen Estlands das damalige Estland darstellten, das verbliebene Drittel und das obere Drittel des heutigen Lettlands nannte man Livland und den südlichsten Teil Kurland.

Im Laufe der Jahre zogen viele Kriege über das Land. Polen, Dänemark, Schweden und Russland stritten um die Vorherrschaft in der Region und eroberten das Baltikum

wechselseitig. Alle respektierten und bestätigten jedoch die deutsche Sprache als Amtssprache, die deutsche Gerichtsbarkeit als Rechtsordnung und die lutherische Kirche als Staatskirche.

Zu Zeiten Peters des Großen, der sein Reich dem Westen öffnen wollte, verstärkte sich die Kooperation der baltischen Staaten mit dem russischen Zarenreich. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts schließlich wurden mit Beginn der Russifizierung des Baltikums die deutschen Privilegien erstmals von Zar Alexander III. nicht bestätigt. Die erste russische Revolution 1905/06 und ihre Folgen brachten für die Deutschbalten erhebliche Einschnitte mit sich, die Revolution der Bolschewiken, denen sich viele Esten und Letten anschlossen, fiel in den baltischen Provinzen besonders blutig aus. Nach der Niederschlagung der Revolution wurden Estland, Livland und Kurland fortan durch Parlamente regiert. Die zweite russische Revolution 1916/17 schließlich führte dazu, dass sich die Staaten Estland und Lettland gründeten und ihre vollkommene Unabhängigkeit erlangten.

1939 schlossen Hitler und Stalin den Hitler-Stalin-Pakt, in dessen geheimem Zusatzprotokoll Hitler die baltischen Staaten der "Interessensphäre" der Sowjetunion zuordnete und Stalin garantierte, dass alle Deutschen aus dem Baltikum nach Deutschland umgesiedelt würden. Die Deutschbalten wurden größtenteils im Warthegau (Posen) und in Danzig/Westpreußen angesiedelt. Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging, mussten die Deutschbalten mit dem Zusammenbruch der Ostfront von dort mitten im Winter fliehen und wer sein Hab und Gut nicht schon im Baltikum hatte lassen müssen, der verlor spätestens jetzt nahezu alles. Von den rund 80.000 Deutschstämmigen, die das Baltikum hatten verlassen müssen, siedelten sich die meisten nun in Deutschland an. Der zweitgrößte Anteil ging nach Kanada, einige zogen nach Schweden und in andere Länder.

Geschichte des DbJuStR

Aufgrund des von den Alliierten erlassenen Koalitionsverbotes für deutsche Vertriebene und Flüchtlinge war es den Deutschbalten nach dem Krieg zunächst nicht möglich, sich zu gruppieren oder auch nur effektiv an einer Erfassungs-Kartei zu arbeiten. Im Mai 1948 schließlich gründen 64 Studenten den "Deutschbaltischen Studentenring", während gleichzeitig der "Baltische Jugendausschuss" entsteht. Diese beiden Vereine schließen sich im März 1949 zum Deutschbaltischen Jugend- und Studentenring zusammen. Ziele waren der Zusammenhalt und der Erhalt der baltischen Traditionen und Wertevorstellungen. Bis 1971 war das Informationsorgan der "Arbeitbrief der deutschbaltischen Jugend". Seitdem gibt es das info, in dem wir über alles Aktuelle berichten.

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Die Deutsch-Baltischen Gesellschaften